Ein Gastbeitrag von Julia Kahle
Gastbeiträge sind Beiträge von Personen, die nicht der PANDA-Redaktion angehören. Manchmal treten wir an Autor*innen heran, um sie nach Gastbeiträgen zu fragen, manchmal treten die Autor*innen an uns heran. Gastbeiträge sind persönliche Gedanken der jeweiligen Autorin/des jeweiligen Autors und geben nicht die Meinung der PANDA-Redaktion wieder.

Vom Blind-Date im PANDA Netzwerk zum Start-Up für flexible Kinderbetreuung

So schnell kann‘s gehen und so wahnsinnig viele Ideen und Änderungen können wir einfach durch den Austausch und durch neue Impulse mit und von anderen tollen Frauen generieren. 

Klingt ziemlich simpel – ist es auch. Frau muss sich nur trauen und mit maximaler Offenheit ans Netzwerken gehen. Bevor die eine oder andere jetzt denkt, das lässt sich leicht sagen – ich habe es selbst getestet. Nach 15 Jahren im Konzern habe ich erstmal gekündigt und dann ziemlich unverhofft bei PANDA Anna kennengelernt. Eine smarte Gründerin, die auf der Suche nach einer Co-Founderin war und im PANDA Feed dazu einfach einen 2-Zeiler geschrieben hat: „Suche eine Co-Founderin. Bei Interesse gerne melden.“

Aber von Anfang an…

Ich erzähle hier von den ganz eigenen und persönlichen Veränderungen die mir PANDA gebracht haben. Kurz zu mir: Ich bin 38 Jahre alt, Mom 2-er Jungs (zehn und sieben Jahre) und war zuletzt als Head of HR Marketing & Recruiting ziemlich tief im Konzernleben verankert. Diesem letzten Job habe ich auch den Connect zu Isabelle Hoyer und PANDA zu verdanken und kann deshalb an dieser Stelle auch schon sagen – ich glaube ans aktive Netzwerken – aber manchmal darf es auch ein bisschen Schicksal on top sein.

Wie wertvoll Netzwerken mit den richtigen Menschen ­– und vor allem den richtigen Frauen sein kann – ist mir erst in den letzten zwei Jahren so wirklich aufgegangen. Ganz bewusst sage ich das „richtige“ dazu – denn Netzwerken ist für mich nicht gleich Netzwerken und hier muss aus meiner Sicht jede*r ihre/seine eigene Intention und Strategie finden. Am Anfang stehen allerdings immer die Neugier und das Interesse an dem, was die anderen so machen. Der berühmt berüchtigte Blick über den Tellerrand…

Manchmal reicht vielleicht auch schon eine Portion Orientierungslosigkeit oder der Wunsch zu erfahren „was noch so möglich ist“ im Leben / im Job… einfach immer.

Raus aus der Komfortzone 

Mein persönlicher Antrieb bei PANDA, alle Optionen maximal auszutesten, war sicher eine Mischung aus all dem (Anm.: Ich liebe die Regionalgruppe Nürnberg, auch wenn ich es zeitlich nicht so oft schaffe, wie mir lieb wäre). Nach knapp 15 Jahren Konzern hatte ich mich ziemlich in meiner Komfortzone eingerichtet, mit einem tollen Team, einer tollen Chefin, zwar immer ähnlichen Herausforderungen eines angespannten Bewerber*innenmarktes, aber auch dem Wissen, dass ich das einfach kann. Wertschätzung und meine Dankbarkeit als Mutter 2-er Kids und mit einem Home-Office-Vertrag bereits vor Corona ziemlich viel Vereinbarkeit „geschenkt“ bekommen zu haben. Mir war zwar klar, dass mein CV irgendwann in jedem Fall mal etwas mehr als nur einen Konzernnamen enthalten sollte, die Not und der Mut zu einem Sprung haben mir aber lange gefehlt. 

Und so wahnsinnig vereinbar war mein Job bei genauer Betrachtung auch nicht – zuhause musste ich mich am Ende oft rechtfertigen, wenn ich mal wieder länger unterwegs sein sollte. Und auch wenn das Abendessen mit meinen beiden Kids um 18 Uhr die heilige und unerreichbare Zeit einläutete, so ging es dann doch nach dem Abendritual oft noch weiter. Ein Job der Spaß macht, fühlt sich nicht nach Arbeit an. Zumindest nicht so sehr – das ist wahr. Dennoch blieben von der Anfangseuphorie und dem Ehrgeiz ein Team zu führen und einen Bereich zu verantworten, an manchen Tagen dann nur Stress und das Gefühl, dass ich nichts Neues mehr erleben würde. Dann kam Corona. Alles was mir lieb war, und die nötige Dosis Menschen, wurden ersetzt durch 8-18 Uhr Dauer-Zoom-Calls. Die Kamera schaffte etwas Nähe, wurde allerdings sehr schnell anstrengend. Und führte schlicht dazu, dass bei mir zuhause ewig die Wäsche liegen blieb. Vorher hatte ich neben längeren Telefon-Calls bei denen ich mich konzentrieren musste (und nebenbei keine Mails machen konnte) oft meditativ Klamotten gefaltet. Win-Win. Und ja – vielleicht hätte ich es einfach auch während der Kameracalls durchziehen müssen, aber das habe ich dann doch gelassen.

Kurz vor Weihnachten wusste ich dann – ich muss raus. Home Schooling mit den Kids lief überhaupt nicht. Meine Eltern, die vorher noch Notfall Back-Up waren, hatten sich monatelang schon in den innerfamiliären Sicherheits-Lock-Down zurückgezogen und bei meinem Mann ging in der Schuhbranche gefühlt die Welt unter, die gerettet werden musste. Mental-Load!

Kein Plan wie‘s weitergeht 

Die Kündigung war dann die echte Erleichterung, zumindest als sie mal ausgesprochen war. Sechs Monate Kündigungsfrist und regelmäßige Jobangebote der letzten Jahre gaben mir das Vertrauen, dass es irgendwie weitergehen würde. Wie wusste ich nur nicht – unzählige Sessions, Workshops und auch Blind-Date-Zoom-Calls mit PANDAs aus diesen Workshops später, stieß ich auf die besagte Nachricht von Anna und meldete mich.

Und dann ging alles einfach so. Nach dem virtuellen Austausch kam ein persönlicher und Anna & ich merkten beide, dass das passt. Und dass wir aus unserem Antrieb – nicht nur für uns – sondern auch für alle anderen Frauen da draußen, einfach etwas erreichen können. Dann kam Verena – unsere Developerin und CTO – auch ganz schnell noch mit an Bord. Schließlich soll nannyly ein Tech-Start-Up werden und der Service zeitgemäß über eine (Web-) App verfügbar sein. 

nannyly – die Babysitter-App

Für mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexible Kinderbetreuung, buchbar am gleichen Tag. Dazu mit einem echten Auswahlprozess (unsere Recruiting-Skills sind da natürlich Gold wert) und einer Haftpflichtversicherung für alle Nannys während der bei uns gebuchten Zeit.

Wir sind auf dem Weg und starten im Januar 2022 planmäßig in unseren ersten Pilotstart München. Mal sehen was kommt. Mit einem Netzwerk voller cooler Frauen sind wir mutig und optimistisch. Und außerdem auch mittelfristig auf der Suche nach einem Business Angel oder eine*r Investor*in – gerne mit dem IN hinten…  Also – wer das hier liest und Interesse hat oder eine kennt, die eine kennt, meldet euch!